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Hovawartzwinger vom Domäneland

 

Zucht

 


Von der "Planung" bis zur "Abgabe" des Wurfes 

Inhaltsverzeichnis:
 

Zuchtziel:

Unser Zuchtziel ist ein gesunder, harmonisch aufgebauter Hovawart mit sicherem Wesen, der im Idealfall dem Rassestandard nahe kommt. Ein unerschrockener, in die Familie gut zu integrierender Hausgenosse, der zuverlässig wacht und schützt.
Wir versuchen bei der Auswahl der Deckrüden auf freundliche, vom Wesen her sichere Hovawarte zurückzugreifen (mögl. vorheriger persönlicher Kontakt zum Rüden und sorgfältige Auswertung der Körunterlagen).Wir konfrontieren die Welpen in der Aufzuchtphase bei uns mit möglichst vielen verschiedenen Umwelteinflüssen des täglichen Lebens und legen großen Wert auf viel menschlichen Kontakt vor allem in der Prägungsphase (4.-8. Woche) um ihnen und ihren neuen Besitzern schon einen guten Ansatz bei der Bewältigung der  "Hund - Menschbeziehung" zu geben.

Zuchthündin:

Die Vorraussetzung einer zur Zucht zugelassenen Hündin in der HZD (Hovawart-Zuchtgemeinschaft Deutschland) sind:

  • Die Teilnahme sowie das Bestehen der Jugend-(9-24 Monate) und Hauptkörung (ab 20 Monate). Sie beinhalten im wesentlichen die Beurteilung der Anatomie (wie Körperbau, Gangwerk, Gesamterscheinungsbild usw.) gemessen am Rassestandard des Hovawartes und einer Wesensüberprüfung (wie die Belastbarkeit im Umgang mit anderen Menschen, akustischen und optischen Reizen des täglichen Lebens, das Wehrverhalten bei Angriffen auf sich selbst und des Hundeführers). Die Beurteilung des Hundes in der Jugend-u. Hauptkörung wird von zwei verschiedenen Körmeistern der HZD vorgenommen. Letzteres ist wichtig um eine möglichst objektive Einschätzung zu erhalten. 

  • Ab dem 12. Monat das HD-Röntgen mit dem erforderlichen negativen Befund auf HD. (HD = Hüftgelenkdysplasie ist eine besonders häufig bei größeren Hunderassen vorkommende vererbbare Krankheit wo der Abstand zwischen Oberschenkelknochen und Hüftgelenkpfanne zu groß ist und somit die Funktion des Hüftgelenks beeinträchtigt wird)
    Die Hüftgelenkdysplasie klassifiziert man in verschiedene Schweregrade:

HD - F oder A   =   kein Hinweis auf HD
HD - V oder B   =   Übergangsform
HD - L oder C   =   leichte HD
HD - M oder D  =   mittlere HD
HD - S  oder E  =   schwere HD

Die Befunde HD-L/C, HD-M/D, HD-S/E sind zuchtausschließend!

  • Die Teilnahme an zwei Ausstellungen (Zuchtschauen) mit mindestes dem Prädikat "Sehr Gut".

  • Die Pflichtuntersuchung auf Schilddrüsenerkrankung (Hypothyreose), hier muss ein Schilddrüsenuntersuchungsergebnis vorgelegt werden, das nicht älter als 1 Jahr sein darf und im Normbereich (T-Werte) liegt. Hovawarte bei denen eine Schilddrüsenerkrankung nachgewiesen ist, werden von der Zucht ausgeschlossen. Das Zuchtverbot gilt nur für Merkmalsträger, nicht für Eltern und Wurfgeschwister.

Nicht zwingend erforderlich aber empfehlenswert sind eine gute Sozialisierung und körperliche Konstitution der Hündin, um die Belastungen eines Wurfes und alles was damit verbunden ist gut zu verkraften.

Deckrüde:    (oben)

Die Vorraussetzungen eines Deckrüden sind identisch mit denen der Zuchthündin.
 

Auswahl des Deckrüden:    (oben)

Wir als Züchter treffen in Abstimmung mit dem Regionalgruppen-Zuchtwart die Auswahl der Rüden. Der Zuchtwart hat wichtige Hintergrundinformationen zu den zur Verfügung stehenden Deckrüden hinsichtlich ihrer Vererbung. Zu diesen Informationen gehören positive wie negative Vererbungsmerkmale der Rüden selber, sowie deren Ahnen der zurückliegenden Generationen. Da der richtige zur Hündin passende Rüde, der Grundstein für eine gesunde Nachzucht ist, sollte man ihn nicht nach der Entfernung sondern nach seiner Eignung aussuchen. Der bequemste und billigste Weg ist natürlich immer "der Rüde von nebenan". Der genetischen Vielfalt und somit einer guten Zuchtbasis wäre dies aber nicht dienlich.
 

Deckzeitbestimmung unserer Hündin:   (oben)
   
Ein erfahrener Züchter der seine Hündin und deren Läufigkeitsverlauf genau kennt wird wahrscheinlich nach alterwürdiger Methode, "dem erkennen der ersten Blutung" und dann dem weiterzählen bis zu den empfänglichen Tagen der Hündin, vorgehen. Wo bei man aber nie ganz genau weiß ob man den ersten Tag wirklich erwischt hat. Um sicher zu gehen lassen wir, am achten oder neunten Tag, an unserer Hündin einen Progesteron-Test bzw. einen Gewebeabstrich, von unserem Tierarzt vornehmen. Wir haben festgestellt das solch eine Bestätigung äußerst beruhigend wirken kann. Von großem Vorteil vor allem auch bei Hündinnen, die während ihrer Läufigkeit sehr wenig oder unregelmäßig bluten. Wir sind bei unseren ersten beiden Würfen sehr gut damit gefahren und behalten diese Praxis bei.Wer die Möglichkeit hat, seine Hündin einen "Proberüden" vorzustellen, kann zusätzlich zur ersten Methode aus ihrem Verhalten ableiten ob der Deckzeitpunkt ran ist oder nicht.
 

Deckakt:    (oben)

In der Regel fährt man mit der Hündin zum Rüden, was den Vorteil hat, dass der Rüde in seiner gewohnten Umgebung (Revier) vor allem auch dominanteren Hündinnen selbstbewusster gegenübertritt. Eine weitere Möglichkeit wäre sich auf neutralen Terrain wie z.B. auf Hundeplätzen zu treffen. Wichtig ist das das jeweilige Gelände eingezäunt ist, weil das Verhalten der beiden Hunde vor der Paarung oftmals vom gewohnten Standard (Grundgehorsam) abweicht. Unsere Hündin ignoriert in dieser "heißen Phase" schon mal das eine oder andere Kommando was unter "normalen Bedingungen" sitzt. Aber wer mag es ihnen verdenken! Bevor wir unsere Hündin dem Rüden zuführen geben wir ihr noch mal die Gelegenheit sich zu leeren.
Während des Vorspiels der beiden wehrt unsere Hündin die ersten Annäherungsversuche des Rüden noch konsequent ab, was sich aber mit zunehmender Zeit ändert. Immer öfter stellt sie sich kurzzeitig dem Rüden und signalisiert Paarungsbereitschaft lässt ihn dann aber doch wieder abblitzen und tobt davon! Dieses Spielchen kann schon eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen und man sollte als Züchter und Deckrüdenbesitzer nicht ungeduldig werden (einfacher gesagt als getan). Führt die "erste Runde", so nach 1 - 2 Stunden noch nicht zum Erfolg, trennen wir die Hunde für eine gewisse Zeit und lassen sie sich erholen. Nach erneutem Zusammenführen der beiden sollte es nun langsam werden. Ein wenig Unterstützung von Seiten der Besitzer ist in manchen Fällen sehr hilfreich. Nach erfolgtem Deckakt sollten beide Hunde von ihren Besitzern festgehalten werden. Dem unerfahrenen Rüden kann man beim "Absteigen"(einen seiner Hinterläufe über die Hündin zum Boden führen) helfen. Das"Hängen" der beiden Hunde sollte von beiden Besitzern durch festhalten ihrer Hunde kontrolliert werden, damit es nicht durch vorzeitige Trennungsversuche zu Verletzungen kommt. Bei unseren Deckakten dauerte das Hängen Ca. 10 - 15 Minuten, was ein guter Durchschnitt ist. Nach dem Trennen  bringen wir unsere Hündin wieder in ihre gewohnte Umgebung - dem Auto! Nach einem Tag Ruhepause fahren wir dann zum Nachdecken.
 

Trächtigkeitskontrolle:    (oben)

In froher Erwartung, stillen wir unsere Neugierde ob es nun geklappt hat oder nicht, am 28.Tag durch eine Ultraschalluntersuchung. Die Ultraschalluntersuchung verwendet Schallwellen, welche den Pulsschlag der ungeborenen Welpen wahrnehmen und die von den sie umhüllenden Fruchtblasen reflektiert werden. Durch Ultraschall kann auch eine Gebärmuttervereiterung entdeckt werden, bevor klinische Anzeichen auftreten. Dies ermöglicht eine andere Behandlung als die sonst erforderliche Operation und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Fortpflanzungsfähigkeit der Hündin erhalten bleibt.
 

Trächtigkeit:    (oben)

Es ist eigentlich kaum vorstellbar das die "Fressgier" unserer Zuchthündin Lea noch steigerungsfähig ist aber spätestens ab der 5. Trächtigkeitswoche überzeugt sie uns davon. Sie ist in dieser Zeit einfach unersättlich und nutzt jede Gelegenheit uns darauf aufmerksam zu machen, dass ihre letzte Mahlzeit wieder viiiel zu wenig war! In der Hoffnung irgend etwas abzustauben fixiert sie uns von nun an ständig mit ihren Blicken, so dass man beim essen in ihrer Gegenwart schon ein schlechtes Gewissen bekommt. Aber gerade in dieser Zeit ist es wichtig darauf zu achten in "Maßen" und nicht in "Massen" zu füttern, denn mit einem deftigen Übergewicht zur Geburt tut man ihr keinen Gefallen. Sie bekommt ihre Mahlzeiten jetzt verteilt, 3 - 4 mal pro Tag und gegen Ende der Trächtigkeit bestimmt das 2 - 3 fache wie normal. Während der Trächtigkeit bekommt sie natürlich höherwertiges Futter, mit entsprechenden Zusätzen (Vitamine, Calcium usw.) für werdende Mütter bzw. heranwachsende "Kinder" und eine Entwurmungskur. Etwas Welpenmilch und Quark bereichern noch das Angebot und trotzdem schaut sie uns an als wollten wir sie verhungern lassen!
Mit zunehmenden Umfang lässt ihr Interesse an zu viel Bewegung nach, ganz zum Unverständnis ihrer Tochter Alexa. Lea lässt sich von ihr jetzt kaum noch aus der Reserve locken. Ihre ohnehin schon schlechten Chancen im direkten Sprintduell gegen ihre Tochter sind momentan sowieso gleich Null. Aber trotz alle dem drehen wir täglich unsere Runden um fit zu bleiben.
 

Geburt:   (oben)

Ausgegangen von einer durchschnittlichen Tragezeit von 63 Tagen fangen wir ab dem 55. Tag an regelmäßig die Körpertemperatur unserer Hündin zu kontrollieren. Nach dem Absinken der Temperatur um ca. 1 Grad gegenüber ihrer normalen Körpertemperatur hatten wir bei den bisherigen  Würfen zwischen 16 und 36 Stunden Zeit bis es losging. Die Geburtsverläufe und das Verhalten der Hündin während der Geburt waren beim ersten und zweiten Wurf sehr unterschiedlich. Beim A-Wurf verunsichert über die neuen Umstände, wich sie schon 3 Tage vorher nicht mehr von unserer Seite. Sie war rastlos und sehr nervös, hätte in der Nacht am liebsten bei uns im Bett geschlafen. Nur mit viel Mühe war sie davon zu überzeugen wieder in Ihre Wurfkiste einzukehren, zumindest für eine Weile. Wobei aber auch das nur möglich war durch die Verlegung meines Schlafplatzes in die Nähe ihrer Wurfkiste. Die letzten Stunden vor der Geburt nahmen einfach kein Ende und kamen uns wie eine Ewigkeit vor, wo wir krampfhaft versuchten ihr Verhalten zu deuten. Ungeduldig warteten wir auf das erste zucken in ihrer Bauchgegend, den ersten Wehen. Das sind so Momente wo die Nerven nicht nur bei unerfahrenen Züchtern schon mal "blank" liegen können. Als es dann gut 30 Stunden nach dem Absinken der Temperatur doch endlich losging reichte die Stärke der Wehen noch nicht aus. Mit den ersten Wehen ging auch gleich das erste Fruchtwasser ab und wir wussten das spätestens jetzt aber etwas passieren müsse. Da aber nach wie vor die Wehen von Lea nicht ausreichten holten wir Unterstützung vom Tierarzt, der ihr eine Wehenspritze und zur allgemeinen Stärkung eine Calciumspritze verabreichte. Nur kurze Zeit später setzten dann richtige Presswehen ein und die Geburt nahm ihren regulären Lauf. Zumindest bis zum 5. Welpen, denn dem zog offensichtlich gar nichts nach draußen.   
Wir warteten und wussten das es durchaus normal war, wenn die Hündin sich zwischenzeitlich eine längere Pause genehmigte. Nach 2,5 Stunden wurden wir dann doch unruhig, denn Lea presste ordentlich aber es wollte nicht weiter gehen. Der Welpe steckte schon im Geburtskanal und man konnte mit zwei Fingern seine Fruchtblase ertasten, aber er rückte sich nicht. Nach kurzer Konsultation mit unserem Tierarzt wurde uns klar das wir seine Hilfe erneut in Anspruch nehmen müssten. Wohl dem der in solchen Situationen einen verlässlichen Tierarzt hat! Mit entsprechendem Equitment (transportabeles Ultraschallgerät) ausgestattet untersuchte er unsere Hündin und stellte fest das außer dem festsitzenden Welpen noch weitere da waren.
Der 5. Welpe wurde mit viel körperlichen Einsatz, nicht nur von Lea, mit einer Geburtszange geboren. Wir waren überglücklich das diesen "Akt" Hündin und Welpe (übrigens eine kräftige blonde Hündin) so gut überstanden hatten. Es folgten noch drei weitere Welpen ohne Probleme und alle acht Zöglinge waren wohl auf. Dieses wurde uns bei der abschließenden Untersuchung von Hündin (u.a. Säuberungsspritze) und Welpen (körperliche Konstitution, Herztöne usw.) durch unseren Tierarzt bestätigt. Der Geburtsverlauf unseres A-Wurfes war mit über 10 Stunden, bei 8 Welpen, überdurchschnittlich lang.
Die Geburt unseres B-Wurfes hingegen verlief äußerst harmonisch und ohne jegliche Komplikationen. Nach knapp 5 Stunden war hier der letzte der 7 Welpen geboren. Nicht mehr ganz so "grün" wie beim ersten mal und dank eines wesentlich ruhigerem, abgeklärterem Verhalten von Lea, konnten wir dieses Ereignis richtig genießen.
 

Die ersten Tage nach der Geburt:    (oben)

In den ersten Stunden nach der Geburt ist es für die Welpen wichtig an das Gesäuge ihrer Mutter zu gelangen, denn das in der Muttermilch enthaltene Kolostrum, enthält die Antikörper die zum Abwehren von Infektionen notwendig sind. Gesunde, mobile Welpen steuern schon kurz nach der Geburt gezielt in Richtung "Mamas Milchbar" und denen den das noch zu beschwerlich ist, sollte man behutsam davon überzeugen, dass sich dieser Weg lohnt! Während der ersten Lebenstage wird das Überleben zum größten Teil durch das Geburtsgewicht, die Anzahl der Welpen im Wurf, die Widerstandskraft gegen Infektionen, dem Gesundheitszustand der Hündin und ihrer Haltung dem Wurf gegenüber und durch die Umweltbedingungen bestimmt. In den ersten Tagen nach der Geburt sollte jeder Welpe sorgfältig beobachtet werden, um sicher zu gehen das er wächst, dass die Hündin ihn richtig reinigt und das die Nabelschnur richtig abheilt. Um das Wachstum zu kontrollieren wiegen wir unsere Welpen täglich. Die Kontrolle der täglichen Zunahme ermöglicht es uns frühzeitig eventuelle Anzeichen auf Infektionen zu erkennen, bzw. Außenseiter, die beim säugen nicht so zum Zuge kommen, entsprechend auszumachen.
Auch das Gesäuge der Hündin sollte regelmäßig untersucht werden, damit man sicher ist, dass alle Zitzen richtig arbeiten.
Die Aktivitäten der Welpen beschränken sich in den ersten Tagen vor allem auf drei Dinge, nämlich säugen, schlafen und "Geschäftchen" machen. Letzteres putzt Lea peinlichst genau weg, zumindest bis zu dem Tag wo wir anfangen zuzufüttern. Von der ersten Stunde an wird um die besten Plätze an der "Milchbar", ihren Möglichkeiten entsprechend, gekämpft. Bei Unbehagen und Unzufriedenheit verstehen sie es prächtig sich durch lautes Geschrei bemerkbar zu machen. 2-3 Tage nach der Geburt kommt ein Zuchtwart der HZD zur Welpenbesichtigung. Er begutachtet jeden Welpen einzeln,  beurteilt das Gesamterscheinungsbild und dokumentiert alle in diesem Alter feststellbaren Mängel. Außerdem überprüft er den Allgemeinzustand der Hündin und das Wurflager.
 

1. - 3. Woche:    (oben)

Es ist die Zeit wo sich der gesamte Lebensraum der Welpen auf die Wurfkiste beschränkt und wir das Wurflager bei uns im Haus haben. Da wir die Wurfkiste in den ersten 2, 3 Wochen zusätzlich zum Vetbed (Hundedecke) mit Bettlaken ausstatten haben wir gut zu tun mit der anfallenden Wäsche. Mehrmals täglich säubern wir das Wurflager, da die Welpen einen gesunden Appetit haben und Lea in den ersten Tagen nach der Geburt noch dunkelen Ausfluß aus der Gebärmutter hat tut das auch not!
Nach 8 Tagen steht die erste Entwurmungskur mit WELPAN an (sieht aus wie Erdbeersaft). Zu zweit haben wir sie "zwangsvollstreckt", jeder 1 ml oral mit der Spritze (natürlich ohne Spitze!) verabreicht. Sie haben heftig protestiert und ganz schön gespuckt. Lea bekam 35 ml und für sie schien es ein Genuß gewesen zu sein, was uns nicht sonderlich wunderte, denn sie hatte nach der kurzzeitigen Futterverweigerung, vor, während und kurz nach der Geburt, längst wieder ihre alte Form beim fressen erreicht. Nach 10 Tagen haben die Welpen ihr Geburtsgewicht gut verdoppelt und sie werden zunehmend mobiler. Lea verläßt jetzt schon häufiger die Wurfkiste und platziert sich davor. Wir salben ihr Gesäuge jetzt des öfteren mit Ringelblumensalbe ein, denn die spitzen Krallen der Welpen haben durch den Milchtritt schon ihre Spuren hinterlassen.
Nach knapp 14 Tagen sind bei den Welpen nun schon deutliche Bemühungen zu erkennen, die Wurfkiste nicht mehr kriechend sondern auf ihren vier Pfoten zu erkunden. Da sich nun auch die Augen langsam öffnen könnte man sie schon glatt mit kleinen Hunden verwechseln! Teilweise noch etwas taumelig "flitzen" sie im leichten Zickzack durch ihr Revier. Zielgerichtet wird die Schwester oder der Bruder angesteuert um miteinander zu balgen oder sich einfach nur abzunuckeln. Mitunter ist jetzt ordentlich Stimmung in der Kiste, denn bellen, jaulen und knurren können sie schon prima! Das zunehmende Gezeter der Welpen hat zur Folge, dass Lea darüber sehr erregt ist, dies mit stärkerer Präsenz in der Wurfkiste quittiert und somit ihren Aufsichtspflichten wieder besser nachkommt. Die Sehkraft entwickelt sich von Tag zu Tag immer mehr und ab ca. dem 20. Tag funktioniert auch das Gehör. Sie sind nun unter Einsatz aller Sinnesorgane (Nase, Auge, Ohr) in der Lage sich in der Welpenkiste zu orientieren. Gegen Ende der 3. Lebenswoche sind sie schon so flink und versiert auf den Pfoten, dass Lea nach längerer Abwesenheit es selten schafft sich in der Wurfkiste bequem zu machen. In heller Aufregung, "kurz vor dem verhungern" stürzen sie sich ihr panisch entgegen so dass sie ihre Mühe hat den Überblick zu behalten.
Die zweite Entwurmung, nach 3 Wochen, klappte schon wesentlich besser wie die nach 8 Tagen. Von Begeisterung konnte allerdings noch keine Rede sein, viel mehr nutzten wir ihre Neugierde aus und bevor sie es richtig mitbekamen war das WELPAN meistens schon Geschichte. Zwei weitere Entwurmungen folgten im Abstand von 2 Wochen, so dass alle Welpen sowie ihre Mutter bis zur Abgabe viermal entwurmt wurden.
 

4. - 9. Woche:    (oben)

Anfang der 4. Woche, mit Beginn der Prägungsphase ziehen die Welpen nach draußen in ihr neues Domizil, dem "Welpenzimmer" im Nebengebäude. Das war auch nötig, denn der Drang nach neuen Abendteuern machte sie erfinderisch hinsichtlich einer Reviererweiterung! In den letzten Tagen ist es ihnen nicht entgangen, dass es außerhalb der Wurfkiste, ihrer bisherigen Welt, viel Interessantes geben muß. Ihre Mama zog es nach immer kürzeren Aufenthalten bei ihnen, ständig nach da draußen und die ihnen bestens bekannten Stimmen kamen auch von dort. So kam es das sie ihre Fähigkeiten zu klettern immer öfter trainierten und die Schutzleiste im inneren der Wurfkiste als Stufe benutzten endlich  den Sprung über die Außenwand zu schaffen. Die Leisten abgebaut, verschafften wir uns etwas Zeit. Den Dreh aber erst einmal  raus dauerte es nicht mehr lange und es ging auch ohne Leiste! Draußen fingen wir nun an den Eingang der Wurfkiste tagsüber offen zu lassen. Den Welpenraum trennten wir zu zwei Drittel für die Welpen und einem Drittel für uns ab - eine "waise Entscheidung" wie sich später noch herrausstellen sollte! Mit großem Interesse inspezierte man die neue Umgebung mit unterschiedlichem Temperament, der Eine mutig vorne weg, ein Anderer mit etwas mehr Vorsicht und Sicherheitsabstand!
In Abhängigkeit von den Gewichtszunahmen(die wir bis zur 6. Woche täglich kontrollieren), die langsam nachließen, fingen wir so ab dem 20. Tag mit dem zufüttern an. Wobei das sicher ein sehr guter Zeitpunkt war, ist dieser natürlich von der Mutterhündin und der Wurfstärke abhängig. Hat die Mutter wenig Milch oder sehr viele Welpen, ist es natürlich ratsam zeitiger damit zu beginnen. Je älter die Welpen desto unproblematischer gestaltete sich bei ihnen die erste Futteraufnahme aus einem Napf bzw. Futterring. Bei ihren ersten Versuchen Welpenmilch aus dem Futterring aufzunehmen (mit Hilfe unserer Finger) war bei ihnen ein "Milch-Vollbad" inclusive.
In der Anfangsphase der Zufütterung bekamen sie Welpenmilch, ab der 4./5.Woche reicherten wir sie mit Welpenflocken, Quark oder Yogurt und Mineralstoffen an. Bis zur 4.Woche gab es zwei und ab ca. der 5.Woche drei zusätzliche Mahlzeiten . Leas Aufenthalte zum säugen wurden auch allmählich weniger, was uns nicht sonderlich wunderte wenn man sah mit wieviel Energie der Nachwuchs mitlerweile bei ihr zu Werke ging.
Bis zum Ende der 4. Woche erforschten unsere Mini-Hovis vornehmlich die Welpenstube, die Wurfkiste war jetzt tagsüber offen. Anfang der 5. Woche pilgerte man nun auch schon öfter nach draußen in den Zwinger. Die einen vorsichtig, die anderen unbekümmert und mutig inspezierten sie die neue Umgebung.Ab der 5. Woche hatte nun auch jeder seinen eigenen Fressnapf. Welpenfutter aus der Büchse sowie Trockenfutter ergänzten jetzt die Milchmahlzeiten. Ab der 6. Woche zusätzlich als Fleischmahlzeit einmal am Tag, frischer, zerkleinerter grüner Pansen vom Rind. Mit zunehmenden Alter und Aktivität vergrößerten wir ihren Auslauf. Welpenkäufer und Besucher hatten ab der 4. Woche die Möglichkeit die Hunde zu besuchen. Der Kontakt der Welpen zu vielen verschiedenen Menschen ist gerade in der Prägungsphase von großer Bedeutung für ihre weitere Entwicklung. Dazu gehörten ebenso die Besuche der Deckrüdenbesitzer mit ihren Hunden. In der 6. Woche ließen wir alle Welpen zusätzlich auf Parvovirose impfen. Besonders dann anzuraten wenn in der Gegend Parvoviroseerkrankungen auftraten. Informationen darüber erteilt in der Regel jeder ortsansäßige Tierarzt. Herumbalgen,Toben und Rangkämpfe waren jetzt an der Tagesordnung, ihnen dabei zuzuschauen entschädigte für alle Mühe und anfallenden Arbeiten die wir bis dahin mit ihnen hatten.
 

Abgabe der Welpen:   (oben)

Im Alter von 8 Wochen erfolgte noch ein mal eine gründliche Untersuchung durch unseren Tierazt. Im Anschluß daran bekamen sie ihre 5-fach Impfung (Parvo, Zwingerhusten...) und wurden gechipt. Der implantierte Mikrochip als Identifizierungsmerkmal ist bei Hunden von über 40cm Widerristhöhe laut Hunderhalterverordnung vorgeschrieben und ersetzt das bisher praktizierte Tätowieren. Bevor nun die Welpen zu ihren neuen Besitzern können erfolgt bei uns die Wurfabnahme durch einen Zuchtwart der HZD. Er beurteilt noch einmal den Gesundheits- und Entwicklungszustand der Welpen, kontrolliert u.a. den gesetzten Mikrochip und dokumentiert dieses in einem Wurfabnahmeprotokoll.
Am Tage der Abholung geben wir unseren Sprößlingen und ihren neuen Besitzern eine Mappe mit nützlichen Tips wie Futterplan, Impf- und Entwurmungstermine, Aufzucht- und Pflegehinweise, Bildermappe und Video usw. mit auf den Weg. Optional kann jeder Welpenkäufer ein Futterpaket für die ersten Wochen im neuen Heim erwerben. Die Eingewöhnung in seinem neuen Umfeld wird somit nicht auch noch durch einen plötzlichen Futterwechsel erschwert und man beugt damit den einen oder anderen Durchfall des Welpen vor.
Beratend stehen wir als Züchter jeden Hundekäufer auch nach der Abgabe der Welpen zur Seite. Bei gegenseitigen Besuchen oder auf dem Hundeübungsplatz sowie dem jährlich durchgeführten Welpentreffen bei uns, kann man den einen oder anderen Rat geben.

 

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